Informationen zum betrieblichen Rechnungswesen - Schwerpunkt Finanzbuchhaltung

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Buchen von Geschäftsvorfällen im Anlagevermögen

Grundsätzliches

Es soll hier nur um die Anschaffung und das Ausscheiden von Anlagegütern (Sachanlagen) gehen.

Der § 247 Abs. 2 HGB enthält folgende Festlegung:

(2) Beim Anlagevermögen sind nur die Gegenstände auszuweisen, die bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen.

Der § 266 Abs. 2 HGB gliedert das Anlagevermögen in:

  1. Immaterielle Vermögensgegenstände
  2. Sachanlagen
  3. Finanzanlagen

Die Sachanlagen werden untergliedert in:

  1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken;
  2. technische Anlagen und Maschinen;
  3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung;
  4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau;

Bestimmung der Anschaffungskosten

Der § 255 Abs. 1 HGB legt fest:

Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können. Zu den Anschaffungskosten gehören auch die Nebenkosten sowie die nachträglichen Anschaffungskosten. Anschaffungspreisminderungen sind abzusetzen.

Die exakte Bestimmung der Anschaffungskosten ist auch zur Abgrenzung von geringwertigen Wirtschaftsgütern notwendig.
Folgende Grenzwerte sind zu beachten:

150 € Wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten 150 € nicht übersteigen, kann der Gegenstand sofort als Aufwand erfasst werden (Verbrauchsfiktion).
410 € Von 150,01 € bis 410 € spricht man von geringwertigen Wirtschaftsgütern.
1.000 € Als Alternative besteht noch die Möglichkeit der Bildung eines Sammelpostens, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das einzelne Wirtschaftsgut 150 €, aber nicht 1.000 € übersteigen. Dabei handelt es sich auch um geringwertige Wirtschaftsgüter. Der Sammelposten ist im Wirtschaftsjahr der Bildung und den folgenden vier Wirtschaftsjahren mit jeweils einem Fünftel gewinnmindernd aufzulösen (Pauschalabschreibung über 5 Jahre).

Beispiel zum Kauf einer Maschine (Regelsteuersatz 19%)

Wir kaufen für 10.000 € zuzüglich 19% Umsatzsteuer eine Maschine vom Hersteller Krupp (Kreditor 70005) auf Zahlungsziel.

Abarbeitung der relevanten grundsätzlichen Fragestellungen:

Abarbeitung der Regeln zur Erstellung eines Buchungssatzes

  1. Welche Konten beeinflusst der Geschäftsvorfall?
    Verbindlichkeiten, Maschinen und Vorsteuer
  2. Was für Konten sind das?
    Maschinen ist ein aktives Bestandskonto, Verbindlichkeiten ist ein passives Bestandskonto (gebucht wird aber auf einem Personenkonto), Vorsteuer ist ein aktives Bestandskonto
  3. Liegt auf dem entsprechenden Konto eine Mehrung oder eine Minderung vor?
    Auf allen 3 Konten liegt eine Mehrung vor.
  4. Ermitteln sie aus Punkt 3 auf welcher Seite des Kontos (Soll oder Haben) zu buchen ist!
    Auf dem Personenkonto (Verbindlichkeiten) wird im Haben gebucht. Auf den anderen beiden Konten im Soll.

Der vollständige Buchungssatz lautet:

Soll Haben
Sachkonto 0440 (Maschinen) 10.000 € Kreditor 70005 11.900 €
Sachkonto 1406 (Vorsteuer 19%) 1.900 €  

Anlagenbuchhaltung der Online Buchhaltungssoftware Collmex

Folgende Aktionen müssen zur Verwaltung von Anlagen ausgeführt werden:

  1. Anlage anlegen.
  2. Anlagenkauf bzw. - übernahme buchen.
  3. Die Abschreibung bei abnutzbaren Anlagegütern zum Jahresabschluss buchen.
Anlage anlegen mit Collmex

Buchen mit der Online Buchhaltungssoftware Collmex - Buchungsvorlage Anlagenkauf (Vorlagengruppe Anlagen)

Buchen des Anlagenkauf mit Collmex

Vorstellung der Online Buchhaltungssoftware Collmex

Für das Buchen der Abschreibung gibt es eine spezielle Buchungsvorlage.

Beispiel zum Verkauf einer Maschine (Anlagenabgang)

Schritte:

Wir haben am 17.01.2008 für 12.000 € zuzüglich 19% Umsatzsteuer eine Maschine gekauft. Die für dieses Wirtschaftsgut gültige AfA-Tabelle enthält als Nutzungsdauer den Wert von 10 Jahren. Abweichende Verhältnisse und Bedingungen liegen nicht vor.
Im Jahr der Anschaffung des Wirtschaftsguts vermindert sich für dieses Jahr der Absetzungsbetrag um jeweils ein Zwölftel für jeden vollen Monat, der dem Monat der Anschaffung vorangeht. Das ist hier nicht der Fall. Im Anschaffungsjahr kann die volle Jahresabschreibung gebucht werden.
Die Jahresabschreibung beträgt 1.200 €.
Am 04.06.2012 verkaufen wir die Maschine für 7.200 €. In den Jahren 2008 bis 2011 wurde jeweils die volle Jahresabschreibung gebucht. Das sind 4.800 €. Im Verkaufsjahr beträgt die Abschreibung 5/12 der Jahresabschreibung (500 €). Insgesamt sind damit 5.300 € abgeschrieben. Der Restbuchwert beträgt damit 6.700 €. Damit haben wir einen Buchgewinn von 500 €.

Für diesen Geschäftsvorfall sind 3 Buchungssätze notwendig:

  1. Erfassung der zeitanteiligen Abschreibung für 2012 (5/12 der Jahresabschreibung)
    Soll Haben
    Sachkonto 6220
    (Abschreibung auf Sachanlagen)
    500 € Sachkonto 0440 (Maschinen) 500 €
  2. Buchung des Anlagenabgangs zum Restbuchwert
    Soll Haben
    Sachkonto 4855
    Anlagenabgänge Sachanlagen
    (Restbuchwert bei Buchgewinn)
    6.700 € Sachkonto 0440 (Maschinen) 6.700 €
  3. Buchung des Verkaufs
    Soll Haben
    Forderung (Debitor) 8.568 € Sachkonto 4845
    Erlöse aus Verkäufen Sachanlagevermögen
    19% USt (bei Buchgewinn)
    7.200 €
      Sachkonto 3806 (Umsatzsteuer 19%) 1.368 €

Hätten wir die Maschine am 04.06.2012 für 6.200 € verkauft, wäre eine Buchverlust von 500 € entstanden. Der erste Buchungssatz (Erfassung der zeitanteiligen Abschreibung) wäre genauso zu buchen. Bei den anderen beiden Buchungssätzen gibt es aber Änderungen.

Buchung des Anlagenabgangs zum Restbuchwert:

Soll Haben
Sachkonto 6895
Anlagenabgänge Sachanlagen
(Restbuchwert bei Buchverlust)
6.700 € Sachkonto 0440 (Maschinen) 6.700 €

Buchung des Verkaufs:

Soll Haben
Forderung (Debitor) 7.378 € Sachkonto 6885
Erlöse aus Verkäufen Sachanlagevermögen
19% USt (bei Buchverlust)
6.200 €
  Sachkonto 3806 (Umsatzsteuer 19%) 1.178 €

Beispiel zum Kauf eines Pkw mit Verkauf (Inzahlungnahme)

Schritte:

Wir haben am 17.01.2008 für 36.000 € zuzüglich 19% Umsatzsteuer einen Pkw gekauft. Die für dieses Wirtschaftsgut gültige AfA-Tabelle enthält als Nutzungsdauer den Wert von 6 Jahren. Abweichende Verhältnisse und Bedingungen liegen nicht vor.
Im Jahr der Anschaffung des Wirtschaftsguts vermindert sich für dieses Jahr der Absetzungsbetrag um jeweils ein Zwölftel für jeden vollen Monat, der dem Monat der Anschaffung vorangeht. Das ist hier nicht der Fall. Im Anschaffungsjahr kann die volle Jahresabschreibung gebucht werden.
Die Jahresabschreibung beträgt 6.000 €.
Am 04.06.2012 kaufen wir einen neuen Pkw für 40.000 € zuzüglich 19% Umsatzsteuer.
Den alten Pkw geben wir am 04.06.2012 für 10.000 € in Zahlung. In den Jahren 2008 bis 2011 wurde jeweils die volle Jahresabschreibung gebucht. Das sind 24.000 €. Im Verkaufsjahr beträgt die Abschreibung 5/12 der Jahresabschreibung (2.500 €). Insgesamt sind damit 26.500 € abgeschrieben. Der Restbuchwert beträgt damit 9.500 €. Damit haben wir einen Buchgewinn von 500 €.

Für diesen Geschäftsvorfall sind 4 Buchungssätze notwendig:

  1. Buchung der Eingangsrechnung (Neukauf)
    Soll Haben
    Sachkonto 0520 (Pkw) 40.000 € Verbindlichkeiten (Kreditor) 47.600 €
    Sachkonto 1406 (Vorsteuer 19%) 7.600 €  
  2. Erfassung der zeitanteiligen Abschreibung für 2012 (5/12 der Jahresabschreibung)
    Soll Haben
    Sachkonto 6220
    (Abschreibung auf Sachanlagen)
    2.500 € Sachkonto 0520 (Pkw) 2.500 €
  3. Buchung des Anlagenabgangs zum Restbuchwert
    Soll Haben
    Sachkonto 4855
    Anlagenabgänge Sachanlagen
    (Restbuchwert bei Buchgewinn)
    9.500 € Sachkonto 0520 (Pkw) 9.500 €
  4. Buchung der Inzahlungnahme
    Soll Haben
    Verbindlichkeiten (Kreditor) 11.900 € Sachkonto 4845
    Erlöse aus Verkäufen Sachanlagevermögen
    19% USt (bei Buchgewinn)
    10.000 €
      Sachkonto 3806 (Umsatzsteuer 19%) 1.900 €

Die Buchung der Inzahlungnahme erfolgt ebenfalls auf dem Konto Verbindlichkeiten (Kreditor). Der Betrag stellt eigentlich eine Forderung dar. Mit dieser Vorgehensweise wird aber der offene Posten aus dem Neukauf um den Betrag der Inzahlungnahme verrechnet.

Hätten wir den Pkw am 04.06.2012 für 9.000 € in Zahlung gegeben, wäre eine Buchverlust von 500 € entstanden. Die ersten beiden Buchungssätze (Eingangsrechnung und Erfassung der zeitanteiligen Abschreibung) wären genauso zu buchen. Bei den anderen beiden Buchungssätzen gibt es aber Änderungen.

Buchung des Anlagenabgangs zum Restbuchwert:

Soll Haben
Sachkonto 6895
Anlagenabgänge Sachanlagen
(Restbuchwert bei Buchverlust)
9.500 € Sachkonto 0520 (Pkw) 9.500 €

Buchung der Inzahlungnahme:

Soll Haben
Verbindlichkeiten (Kreditor) 10.710 € Sachkonto 6885
Erlöse aus Verkäufen Sachanlagevermögen
19% USt (bei Buchverlust)
9.000 €
  Sachkonto 3806 (Umsatzsteuer 19%) 1.710 €

Einen praktischen Einstieg zum Thema Rechnungswesen und Finanzbuchhaltung liefern folgende Bücher:

       

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