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Die auf den Bestandskonten gebuchten Geschäftsvorfälle haben nicht das Eigenkapital verändert. Ein wesentliches Ziel der unternehmerischen Tätigkeit ist aber die Eigenkapitalmehrung und damit die Erzielung von Gewinn. Der Erfolg eines Unternehmens wird durch das Verhältnis von Wertverzehr und Wertentstehung bestimmt. Der Verbrauch von Einsatzfaktoren (Arbeit, Material, Technik, .... = Input) führt zu einem Wertverzehr. Die erstellten Güter und Dienstleistungen (Output) führen zu einem Wertzuwachs. Buchhalterisch werden diese Vorgänge auf Erfolgskonten erfasst.
Auf den Erfolgskonten werden die betrieblich verursachten Eigenkapitaländerungen erfasst.
| Eigenkapitalminderungen | Eigenkapitalmehrungen |
|---|---|
| Wertverzehr | Wertzuwachs |
Ausgaben die
|
Einnahmen die
|
| Bankabbuchungen von Mieten oder Zinsen vermindern das Bankkonto. Ein anderer Vermögenswert vermehrt sich dadurch nicht und die Verbindlichkeiten werden auch nicht weniger. Diese Geschäftsvorfälle mindern das Eigenkapital. |
Zinseinnahmen oder Mieteinnahmen erhöhen das Bankkonto. Ein anderer Vermögenswert vermindert sich dadurch nicht und die Verbindlichkeiten werden auch nicht mehr. Diese Geschäftsvorfälle mehren das Eigenkapital. |
| Betrieblich verursachte Eigenkapitalminderungen werden als Aufwand bezeichnet. | Betrieblich verursachte Eigenkapitalmehrungen werden als Ertrag bezeichnet. |
Da die Aufwandskonten und Ertragskonten das Eigenkapital verändern und damit Erfolgsvorgänge sichtbar machen, nennt man diese Konten Erfolgskonten.
Die Mehrzahl der anfallenden Geschäftsvorfälle beeinflusst das Ergebnis und bestimmt somit über Gewinn oder Verlust. Ziel jeder Unternehmenstätigkeit ist ja der Gewinn. Für verschiedene Zwecke muss der Gewinn bestimmt werden.
Bei einer direkten Buchung gegen das Eigenkapital würde der Überblick verloren gehen. Außerdem verlangt der Gesetzgeber im §242 Abs. 2 HGB für den Schluss eines jeden Geschäftsjahrs eine Gegenüberstellung der Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahrs (Gewinn- und Verlustrechnung).
Es gelten die Buchungsregeln wie beim Oberkonto Eigenkapital. Dieses ist ein passives Bestandskonto und erfasst damit Mehrungen (Erträge) im Haben und Minderungen (Aufwand) im Soll.
| Eigenkapital | |
|---|---|
| Soll | Haben |
| - Abgänge | Anfangsbestand (AB) + Zugänge |
| Schlussbestand (SB) als Saldo | |
Buchungsregeln wie beim Eigenkapital
| Erfolgskonten | |
|---|---|
| Soll | Haben |
| Eigenkapitalminderungen Aufwendungen |
Eigenkapitalmehrungen Erträge |
Damit gilt für Aufwandskonten:
| Aufwandskonten | |
|---|---|
| Soll | Haben |
| Aufwendungen | Aufwandminderungen |
| Saldo: GuV | |
Damit gilt für Ertragskonten:
| Ertragskonten | |
|---|---|
| Soll | Haben |
| Erlösminderungen | Erträge |
| Saldo: GuV | |
Bei den Erfolgskonten handelt es sich um die in die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) eingehenden Konten der Finanzbuchhaltung.
Aufbau des Standardkontenrahmen (SKR) 04:
| Kontenklasse | ||
|---|---|---|
| 0 | Anlagevermögen | Bestandskonten |
| 1 | Umlaufvermögen | |
| 2 | Eigenkapitalkonten | |
| 3 | Fremdkapitalkonten | |
| 4 | Betriebliche Erträge | Erfolgskonten |
| 5 | Betriebliche Aufwendungen (Materialaufwand) | |
| 6 | Betriebliche Aufwendungen (Personalaufwand, Abschreibungen) | |
| 7 | Weitere Erträge und Aufwendungen | |
| 8 | frei | |
| 9 | Vortragskonten - statistische Konten | |
| 4000 | Umsatzerlöse | Ertragskonten |
| 4800 | Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | |
| 4820 | Andere aktivierte Eigenleistungen | |
| 4830 | Sonstige betriebliche Erträge | |
| 5000 | Material- und Stoffverbrauch | Aufwandskonten |
| 5200 | Wareneingang | |
| 5900 | Aufwendungen für bezogene Leistungen | |
| 6000 | Personalaufwand | |
| 6200 | Abschreibungen | |
| 6300 | Sonstige betriebliche Aufwendungen | |
| 6320 | Heizung | |
| 6325 | Gas, Strom, Wasser | |
| 6400 | Versicherungen | |
| 6500 | Fahrzeugkosten | |
| 6600 | Werbekosten | |
| 6800 | Porto | |
| 6805 | Telefon | |
| 6815 | Bürobedarf | |
| 7000 | Erträge aus Beteiligungen | Ertragskonten |
| 7100 | Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | |
| 7300 | Zinsen und ähnliche Aufwendungen | Aufwandskonto |
| 7400 | Außerordentliche Erträge | Ertragskonto |
| 7500 | Außerordentliche Aufwendungen | Aufwandskonto |
Um den Gewinn oder Verlust zu ermitteln, genügt der Bilanzvergleich zweier Jahre. Aussagen darüber, wie dieses Ergebnis entstanden ist, liefert die Bilanz aber nicht. Das kann nur eine Gegenüberstellung von Aufwendungen und Erträgen.
Die nach §242 Abs. 2 HGB geforderte Gegenüberstellung der Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahrs erfolgt im Gewinn- und Verlustkonto (GuV). Die Erfolgskonten werden dazu über das Gewinn- und Verlustkonto abgeschlossen.
Buchungssätze:
Erfolgskonten haben damit im neuen Geschäftsjahr keinen Anfangsbestand.
Auf dem Gewinn- und Verlustkonto ergibt sich als Saldo der Erfolg des Unternehmens.
Entweder ein Gewinn:
| Gewinn- und Verlustkonto | |
|---|---|
| Soll | Haben |
| Aufwendungen | Erträge (Erträge > Aufwendungen) |
| Gewinn als Saldo | |
oder ein Verlust:
| Gewinn- und Verlustkonto | |
|---|---|
| Soll | Haben |
| Aufwendungen (Aufwendungen > Erträge) |
Erträge |
| Verlust als Saldo | |
Das Gewinn- und Verlustkonto wird zum Konto Eigenkapital abgeschlossen.
Buchungssätze:
| Eigenkapital | |
|---|---|
| Soll | Haben |
| Schlusskapital (Schlusskapital > Anfangskapital) |
Anfangskapital |
| Gewinn | |
oder
| Eigenkapital | |
|---|---|
| Soll | Haben |
| Verlust | Anfangskapital (Anfangskapital > Schlusskapital) |
| Schlusskapital | |
Das Eigenkapital ändert sich nicht nur durch betrieblich verursachte Aufwendungen und Erträge, sondern auch durch Entnahmen und Einlagen. Privateinlagen und Privatentnahmen sind ausschließlich bei Personenunternehmen (Einzelunternehmen oder Personengesellschaften) und nur für deren Eigentümer (Vollhafter) möglich. Diese Buchungen erfolgen auf einem Unterkonto des Kontos Eigenkapital, dem Privatkonto.
In Kapitalgesellschaften gibt es aber auch Einlagen (z. B. Kapitalerhöhung) und Entnahmen (z. B. Auszahlung der Dividende).
Bei allen diesen Einlagen und Entnahmen ändert sich zwar das Eigenkapital aber nicht der Erfolg des Unternehmens (Gewinn oder Verlust).
Damit ergeben sich folgende Geschäftsfälle, die zur Veränderung der Bilanz führen:
Die Erfolgskonten und die Bestandskonten bilden die Sachkonten des Hauptbuchs.
Einen praktischen Einstieg zum Thema Rechnungswesen und Finanzbuchhaltung liefern folgende Bücher:
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