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Auf der Seite Wertveränderungen wurde erläutert, dass jeder Geschäftsvorfall mindestens zwei Posten der Bilanz verändert. Da in einem Unternehmen jeden Tag eine Vielzahl von Geschäftsvorfällen erfasst werden müssen, ist es unmöglich, die Veränderungen der Aktiv- und Passivposten in der Bilanz vorzunehmen. Man benötigt eine übersichtlichere Erfassung und Darstellung der Wertveränderungen.
Für jeden Bilanzposten wird dazu ein eigenes Konto eingerichtet. Dazu löst man die Bilanz in Konten auf. Da diese Konten die Bestände der Vermögens- und Kapitalposten der Bilanz fortführen, nennt man sie Bestandskonten. Nach den beiden Seiten der Bilanz unterscheidet man:
Die Konten haben wie die Bilanz auch zwei Seiten. Die linke Seite heißt Soll und die rechte Seite Haben. Diese zwei Begriffe bedeuten nichts weiter, sie wären auch durch Links und Rechts austauschbar. Die Wörter Soll und Haben sind historisch bedingt. Sie wurden von den Personenkonten auf alle anderen Konten übetragen (Lieferantenkonto rechte Seite: "Wir HABEN zu bezahlen"; Kundenkonto linke Seite: "Der Schuldner SOLL bezahlen")
Das Konto ist eine zweiseitig geführte Rechnung. Es wird auch als "T-Konto" bezeichnet.
Das Bestandskonto erfasst nun anfallende Bestandsveränderungen. Es handelt sich um erfolgsneutrale Buchungen (Keine Veränderung des Eigenkapitals, Buchung nur in Bestandskonten).
| Aktivkonto | |
|---|---|
| Soll | Haben |
| Anfangsbestand (AB) + Zugänge |
- Abgänge |
| Schlussbestand (SB) als Saldo | |
| Passivkonto | |
|---|---|
| Soll | Haben |
| - Abgänge | Anfangsbestand (AB) + Zugänge |
| Schlussbestand (SB) als Saldo | |
Die Differenz aus dem Vergleich der Soll- und Habenseite nennt man Saldo des Kontos. Der Saldo ist also der Überschuss einer Kontenseite über die andere Seite.
Damit gilt:
Der Abschluss eines Bestandskontos geschieht in 3 Schritten.
| Kasse | |||
|---|---|---|---|
| Aktiva | Passiva | ||
| Anfangsbestand | 5.000,00 | Bürobedarf (Ausgabe) | 1.275,00 |
| Barverkauf (Einnahme) | 1.500,00 | Postwertzeichen (Ausgabe) | 125,00 |
| Barverkauf (Einnahme) | 500,00 | Schlussbestand (Saldo) | 5.600,00 |
| 7.000,00 | 7.000,00 | ||
Hier finden Sie ein Beispiel zur Buchung und zum Abschluss auf einem Aktivkonto.
| Verbindlichkeiten | |||
|---|---|---|---|
| Aktiva | Passiva | ||
| Bankabbuchung | 4.000,00 | Anfangsbestand | 10.000,00 |
| Bankabbuchung | 2.500,00 | Einkauf von Waren | 3.750,00 |
| Schlussbestand (Saldo) | 8.500,00 | Einkauf von Rohstoffen | 1.250,00 |
| 15.000,00 | 15.000,00 | ||
Hier finden Sie ein Beispiel zur Buchung und zum Abschluss auf einem Passivkonto.
Die Zusammenfügung der Bestandskonten in eine Bilanz erfolgt am Geschäftsjahresende.
Bankkonten werden als Kontokorrentkonto geführt. Das Kontokorrentkonto (auch Girokonto genannt) ist ein laufendes Konto, das der Abwicklung des täglichen Zahlungsverkehrs dient. Der Kontokorrentkredit wird dem Unternehmen von der Bank als Geldbetrag zur Verfügung gestellt, wenn das Girokonto in die negativen Zahlen kommt.
Damit kann das Bankkonto entweder ein Aktivkonto (Bankguthaben) oder ein Passivkonto (Bankverbindlichkeiten) sein.
Die Buchung auf einem Konto mit der Gegenbuchung auf einem anderen Konto wird auch als "Doppelte Buchführung" bezeichnet. Für die Buchung eines Kontos im Soll findet man auch den Begriff Belasten. Für die Buchung eines Kontos im Haben findet man auch den Begriff Erkennen.
| Konto | |
|---|---|
| Soll | Haben |
| Belasten Lastschrift |
Erkennen Gutschrift |
Der Buchungssatz legt fest, welche Beträge auf welche Konten gebucht werden sollen. Er ist damit eine Buchungsanweisung in der doppelten Buchführung und muss vor dem Buchen auf jedem Beleg schriftlich festgehalten werden. Das Festlegen eines Buchungssatzes auf dem Beleg nennt man Kontierung (Vorkontierung).
Etwas verwirrend ist folgendes:
Folgende Beispiele sollen den Sachverhalt erläutern:
Sollsaldo:
| Konto | |
|---|---|
| Soll | Haben |
| 1.000 Um 500 ist die Sollseite größer als die Habenseite. Man spricht von einem Sollsaldo. |
500 |
| Beim Kontoabschluss wird der Sollsaldo auf das Gegenkonto übertragen und auf der Habenseite des abzuschließenden Kontos eingebucht. | |
Habensaldo:
| Konto | |
|---|---|
| Soll | Haben |
| 500 | 1.000 Um 500 ist die Habenseite größer als die Sollseite. Man spricht von einem Habensaldo. |
| Beim Kontoabschluss wird der Habensaldo auf das Gegenkonto übertragen und auf der Sollseite des abzuschließenden Kontos eingebucht. | |
Mit dem Kontoabschluss hat das Konto keinen Saldo mehr. Der Saldo steht jetzt auf dem Gegenkonto. Dort steht dann ein Sollsaldo im Soll und ein Habensaldo im Haben.
Die Bestandskonten erfassen alle anfallenden Bestandsveränderungen des laufenden Jahres.
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